Wegen Ermittlungen gegen Autonome in Jena – Polizei wendet sich an Gefangenen

Polizei und Politik nehmen derzeit die autonomen Randale und Anschläge des letzten halben Jahres zum Anlass, um gegen die linke Szene in Jena zu ermitteln. Dabei fahren sie einige Geschütze auf: Presseerklärungen gegen „linke Gewalt“ und „Linksterrorismus“, ein Innenministerbesuch am Tatort, eine 14-köpfige Ermittlungskommission, Fahndungsaufrufe und -plakate, mittlerweile 15.000 € Kopfgeld, Vorladungen zur DNS-Abnahme, verstärkte Polizeipräsenz und -patrouillen sowie Personenkontrollen nach Demos. Mittlerweile wissen wir auch von einem Informanten der Polizei innerhalb der Szene.

Leider müssen wir dieses Bild um ein Puzzlestück erweitern. Ein seit Februar 2021 inhaftierter linker Fußballfan hat uns berichtet, dass er Mitte April von der Polizei einen Brief an seine Heimadresse in Jena bekommen hat. Darin wird er aufgefordert, der Polizei Informationen über die Täter der Randale vom 13. März zu geben. Die Polizei erwähnt auch, dass es 3.000 € Prämie für hilfreiche Informationen gebe.

Der Gefangene hat auf den Brief selbstverständlich nicht reagiert und uns gegenüber erklärt, dass die Bullen auch noch zehn Nullen dranhängen könnten – selbst wenn er könnte, würde er niemanden denunzieren.

Jena, 7. Mai 2021

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  • Als Solidaritätsgruppe der Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organiation (GG/BO) in Jena unterstützen wir die inhaftierten Gewerkschafter_innen in Haftanstalten in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern. Andere Soli-Gruppen gibt es in Berlin, Leipzig, Köln und Nürnberg.