„Ebe langt’s!“ – Hungerstreik der inhaftierten Arbeiter der JVA Butzbach wird fortgesetzt!

Seit heute, dem 1. März 2016, setzen die Gefangenen der JVA Butzbach (Hessen) unter dem hessisch-zapatistischen Slogan „Ebe langt’s!“ ihren kombinierten Hunger- und Bummelstreik von Anfang Dezember 2015 fort. 128 Häftlinge haben dazu eine Petition mit den grundlegenden klassenkämpferischen Forderungen der Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation unterschrieben.

Innerhalb des gefängnis-industriellen Komplexes werden die inhaftierten Arbeiter_innen als rechtlose und extrem billige Arbeitskraft ausgebeutet. Dabei ist es extrem schwierig, sich zu widersetzen oder Widerstand zu organisieren. Denn zum einen steht den Gefängnisleitungen das gesamte Repertoire knastspezifischer Herrschaftsinstrumente und Disziplinarmaßnahmen zur Verfügung. Die JVA Untermaßfeld macht es bei ihrem Repressionskurs gegen den dortigen Sprecher der GG/BO, David Hahn, vor: Zellenrazzia, Postzensur, Einschluss, Trennscheibenbesuche, Telefonverbot, Fernsehverbot, schikanöse Urinkontrollen, Einbehalten des ohnehin mickrigen Taschengelds etc. Zum anderen herrscht in den Knästen ein dreifacher Arbeitszwang. Als Proletarier_innen sind die Gefangenen auf den Zuerwerb ökonomisch angewiesen. Als Inhaftierte und Zwangsisolierte haben sie kaum andere Beschäftigungsmöglichkeiten, um der existenziellen Langeweile des Knastalltags zu entfliehen. Und zusätzlich gibt es in 12 von 16 Bundesländern eine Arbeitspflicht für Gefangene, d.h. in deutschen Knästen herrscht de facto Zwangsarbeit.

Gegen dieses Ausbeutungsregime rebellieren die Butzbacher Gefangenen durch die Fortsetzung ihres Hunger- und Bummelstreiks. Sie werden dabei von der Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation unterstützt, der seit ihrer Gründung in der JVA Tegel im Mai 2014 Hunderte von inhaftierten Arbeiter_innen beigetreten sind. Gerade in den letzten Monaten haben inhaftierte Arbeiter_innen und GG/BO-Gewerkschafter_innen einige Kämpfe geführt. Im Dezember 2015 führten die Gefangenen der JVA Butzbach ihren Hunger- und Bummelstreik durch. Seit Dezember 2015 verweigert der Sprecher der GG/BO in der JVA Untermaßfeld schikanöse Maßnahmen, im Januar 2016 führte er einen eintägigen Hungerstreik durch. GG/BO-ler Georg Huß, inhaftiert im österreichischen Knast („Häfn“) Graz-Karlau, nähte sich im Januar 2016 den Mund zu und trat in den Hungerstreik ein. Und jetzt die Fortsetzung des Butzbacher Hungerstreiks vom Dezember.

Wir rufen zur Solidarität mit dem Kampf der inhaftierten Arbeiter und ihrer Gewerkschaft in der JVA Butzbach auf! Kommt zu unserer morgigen Kundgebung in Jena oder macht eigene Kundgebungen und Aktionen! Schreibt dem Sprecher der GG/BO in der JVA Butzbach (Jürgen Rößner / GG-Sprecher JVA Butzbach / Kleeberger Str. 23 / 35510 Butzbach JVA)! Setzt die Knastleitung in Butzbach unter Druck (JVA Butzbach / Kleeberger Straße 23 / 35510 Butzbach / Tel.: 06033 89 30 / Fax: 06033 89 33 909) oder nervt das Justizministerium (Hessisches Ministerium der Justiz / Luisenstraße 13 / 65185 Wiesbaden / Tel.: 0611 322780 , Fax: 0611 322691)!

Solidarität drinnen und draußen!

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  • Als Solidaritätsgruppe der Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organiation (GG/BO) in Jena unterstützen wir die inhaftierten Gewerkschafter_innen in Haftanstalten in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern. Andere Soli-Gruppen gibt es in Berlin, Leipzig, Köln und Nürnberg.